Chico

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Chico... mein Teddybärchen, Du kamst so ganz anders als vorgestellt und gehofft in mein Leben.

1000 km bin ich gefahren um Dich am 15.09.07 vom Flughafen Hamburg abzuholen, damit Du in der Fremde auch gleich Liebe und Zuwendung hast.
Ich habe mich so wahnsinnig auf Dich gefreut.

Nachdem dann Dein Kommen aufgrund der Mühe und unglücklichen Verwicklungen schon unter einem ungünstigem Stern stand, betratest Du aus einem kalten spanischen Zwinger kommend, nach tausenden von Kilometern und 12 Stunden Reise ins Ungewisse, mein Haus dennoch nicht als dankbares, devotes Tier, sondern als selbstsicherer, arroganter "spanischer Macho".
Du hattest wider Erwarten den Kater sofort zum Fressen gern und knurrtest die Dich freundlich begrüßende alte, kranke Hündin ausgesprochen uncharmant an.
Ich saß völlig übermüdet da und ahnte "...Ach Du Sch...!"

Zu Menschen hingegen warst Du schon immer so lieb und scheinbar unterwürfig, dass jeder der Dich kennen lernte, Dich schon vom ersten Moment an gern hatte.
Selbst die "hartgesottenen" Männer hatten Dich lieb.

Und da standen wir dann mit unseren Schwierigkeiten.
Du hast "Dein Ding durchgezogen" und ich war frustriert und habe mit meinem Schicksal gehadert, weil Du so ganz anders warst als erhofft.
Ich hatte mir einen ganz, ganz lieben, folgsamen und dankbaren Hund gewünscht.
Was heißt "dankbar"..., Du weißt schon was ich meine..., die meisten der Auslandstiere wissen sehr wohl wer sie gerettet hat, wo es ihnen besser geht und verhalten sich entsprechend.
Du jedoch hast so getan, als wäre das alles selbstverständlich und grad normal für Dich.
Nicht nur einmal saß ich da, um mich zu erinnern, wie einfach und unkompliziert doch mein Leben war, bevor Du es mal charmant, mal stoisch, stur okkupiert hast.
Das Ding mit dem Rudel und Unterordnung magst Du gar nicht, außer Du selber bist der Chef.
Gefallen willst Du schon, jedoch möglichst zu Deinen Bedingungen.
Klar hast Du Dich auch streicheln und verwöhnen lassen, aber Du hast stets ganz, ganz leise darauf hingewiesen und so getan, als ob Du das ja eigentlich nicht so unbedingt bräuchtest.

Du bist so ganz anders als mein fast doppelt so großer, aber ganz sanfter Riese, mein Rotti Ares, der im Februar an Krebs sterben musste.
Sein Tod sollte einen Sinn bekommen, indem sein Platz frei geworden wäre für Dich.
Ersetzen solltest Du ihn ganz sicher nicht, aber dass Du seinem Wesen ein wenig ähnlicher wärst, hätte ich mir schon sehr gewünscht.
Ich habe jedoch noch nie ein so stoisch-stures, selbstbewusstes und gleichzeitig so liebevoll-eigensinniges, dennoch charmantes Tier wie Dich kennen gelernt.

Du hast meine innere Zwietracht genau gespürt und trotzdem stoisch ruhig abgewartet, bis ich mich wieder gefangen hatte.
Viel eher als ich selber hast Du schon gewusst, dass ich mich der mit Dir übernommenen Verantwortung stellen würde und Dich nicht abschiebe.
Du wusstest selbstbewusst, dass Du wer bist und keine Handtasche, die man einfach so umtauschen kann.

Als Du merktest dass ich mich in mein "Schicksal" füge, kamst Du mir auch jeweils ein Stückchen entgegen.
Wir haben uns arrangiert und aufeinander eingelassen.

Ich sehe Dich noch im Garten sitzen, hoch aufgerichtet, mit geschwellter Brust.
"Meine..." sagte Dein Blick, "...alles meine..!"
Ich habe noch nie einen Rotti gesehen der so ein niedliches Gesicht hat wie Du.
Die großen braunen Augen, in die ich so verliebt bin.
Und Du kannst lachen. Über das ganze Gesicht mit großen glänzenden Augen.

Du hast in den neun Wochen, die Du nun am 15.11. bei mir bist, sicher so viel mehr gesehen, an Aufmerksamkeit und Liebe erfahren, wie in den ganzen vergangenen acht Jahren Deines Lebens nicht.

Auf der nächtlichen Fahrt mit Dir von Hamburg in Dein neues Zuhause, sagte mein Mitfahrer "Der kommt aus Spanien direkt ins Hunde-Paradies".
Nun haben wir nicht einmal genug Zeit gehabt, uns überhaupt richtig kennen zu lernen.
Etwas mehr als eine Woche für jedes Lebensjahr kann ich Dir nun wohl nicht mehr schenken.
Du wirst mir keine Wurst mehr vom Tisch klauen oder schnüffeln wo sich grad die Katze versteckt.
Auch staubsaugen werde ich zukünftig ohne Angst zu haben, dass Du in das Kabel beißt oder den Sauger angreifst und zerlegst.
Nun wirst Du auch nie den schönen weißen Schnee, in dem ein Hund so herrlich toben und sich wälzen kann, kennen lernen dürfen.
Ich vermisse Dich jetzt schon so sehr.

Du kamst schon nicht ganz gesund zu mir, aber dass Du so krank sein würdest hat niemand ahnen können.
Seit zwei Wochen sich stetig verschlimmernder Krankheit, vielen gefahrenen Kilometern zum Tierarzt, zig Untersuchungen mit unerklärlichem Befund, aber dafür immensen Kosten und der Sorge und Angst, wissen wir beide nun seit gestern dass Du sterben wirst.

D.h. ich weiß es seit gestern..., Du weißt es ganz sicher schon lange.

Du sturer Teddy wolltest nur zur Ruhe und in Sicherheit kommen.
Jetzt, wo Du hier bei mir, statt im kalten, einsamen spanischen Zwinger bist, kannst Du in Geborgenheit sterben.
Nicht dass Du sterben willst..., zu gern würdest Du Dein "erobertes" neues Zuhause genießen wollen, (vielleicht hättest Du ja auch noch mal die Gelegenheit die Katze zu erwischen... Zwinkernd ), aber Dir bleibt keine Zeit mehr, Du musst gehen.

Während ich hier sitze und all dies an und über Dich schreibe, liegst Du fast wie immer zu meinen Füßen, nur dass Dein Hecheln alles übertönt.

Die vernichtende Diagnose kam zu spät.
Du musstest inzwischen Medikamente bekommen, die bewirken, dass es Dir zwischenzeitlich viel besser geht.
Aber sie werden nicht helfen..., die Wirkung ist nicht von Dauer..., also sitze ich hier und muss über Dein Sterben nachdenken.
Ich hoffe sehr dass uns noch ein wenig Zeit zum Abschiednehmen bleibt.
Etwas Zeit, um es Dir so schön und friedlich wie möglich zu machen, Dir zu zeigen, dass ich da bin und Du nicht alleine bist.
Vielleicht sind es gar noch ein paar Wochen, vielleicht nur ein paar Tage oder Stunden; aber bald wird es Dir wieder so schlecht gehen, dass ich Dir helfen muss, damit Du nicht länger leidest oder leichter gehen kannst.
Du hast sicherlich keine Schmerzen, Dein Kreislauf ist jedoch in einem desolaten Zustand und bald wird es wieder schlimmer.
Es ist gut für Dich, in einem Zuhause zu sterben, statt in einem Zwinger.
Tragisch ist es jedoch für uns alle Beide.

Auch ich muss lernen, damit umzugehen.
Ich muss mit meiner Angst und Verantwortung für Dich, meiner Enttäuschung und Kummer erst einmal klar kommen.
Der akute Ausbruch Deiner Krankheit kam so rasend schnell.
Noch vor ein paar Tagen gingen uns die Leute in der Tierklinik respektvoll aus dem Weg und nun hast Du zu tun um Dich selber auf den Beinen zu halten.

Ich hatte so viel vor mit Dir, hatte mir so viel Schönes für uns vorgestellt und nun muss ich mich damit auseinandersetzen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um Dich gehen zu lassen.
Wenn es doch nur möglich wäre, diese Last der Entscheidung von mir zu nehmen!

Ich möchte nicht einen Tag, von den wenigen die wir hatten, missen.
Trotz aller Tragik und Schicksal bereue ich nicht, Dich zu mir geholt zu haben, ich würde es immer wieder tun.
Ich habe Dich trotzdem gerettet.
Ich werde mich erinnern an all die Freude, Aufregung und Frust, an Deinen Charme und Dein schönes Lachen und Du wirst weiter leben in meinem Herzen.

Ich bin froh dass Du in mein Leben kamst,... Chico – mein Teddybärchen!

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